Videoschnitt unter Windows

Ich habe gestern versucht eine geeignete Videoschnittsoftware für Windows zu finden und bin irgendwo zwischen Verzweiflung und Fassungslosigkeit gelandet. Bisher habe ich ausschließlich iMovie auf meinem MacBook Pro benutzt und werde mit der längeren Rechenzeit bei der Ausgabe des fertigen Films leben müssen, weil der Workflow unter Mac OSX einfach ungeschlagen ist und Wartezeit leicht zu überbrücken ist.

Mein Anspruch

Meine Ansprüche an einen Video Editor sind echt nicht hoch. Ich brauche nur eine Videospur und ein bis zwei Audiospuren, die ich in einer Timeline schneiden kann und einfach in h.264 / AAC LC bereitstellen kann. Das zur Verfügung stehende Ausgangsmaterial sind überwiegend Game Play Videos und liegen bereits in mp4 /h.264/AAC LC/720p vor. Diese Videos will ich einfach schneiden und später auf meinen Server oder einen Videodienst (Vimeo, Youtube etc.) hochladen.

Meine gescheiterten Versuche

 

Windows Movie Maker

Der Import der Videos ist einfach und mit zwei Klicks bewältigt. Danach fängt es schon an und verhagelt mir den Spaß ganz ordentlich. Video wird in der rechten Spalte oben links beginnend bis nach rechts unten fließend dargestellt. So war es mir nicht möglich nur einen Teil des Videos zu markieren und den Teil dann vom Rest des Videos zu trennen. Entweder markiere ich das ganze Video oder trenne einzelne Passagen durch Rechtsklick aus dem Video heraus. Angenehm wäre es hier, wenn man einen Tastaturkürzel hätte, wie bei iMovie „Apfel + b“. Beim Export der fertigen Videodatei fehlen mir Einstellungsmöglichkeiten. Wähle ich in iMovie den Dateiexport aus, kann ich da zwischen verschiedenen Auflösungen wählen, was das mindeste ist was ich erwarte. Egal! Es war mir zu mühevoll, um mich tiefer einzuarbeiten, weil ich die GUI schon fürchterlich fand.

Blender

Apropos fürchterliche GUI. Ich will den Movie Maker wieder zurück. OK! Ich gebe es zu: Blender ist mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Videoschnitt geht zwar mit Blender aber eher dürftig. Man kann die Einstellungen suchen gehen. Die Variations- und Konfigurationsmöglichkeiten scheinen unbegrenzt aber Blender leidet an der Open-Source-Software-Krankheit Nummer eins: Unbedienbarkeit der GUI. Nach zehn Minuten gefrickel und zehn Minuten anschauen von Videotutorials (Ich hasse Videotutorials), gab ich es auf und hab es deinstalliert. Blender ist einfach zu viel des Guten und ungeeignet für jemanden, der es einfach mag und wenn es schnell gehen soll.

Lightworks

Vielleicht bin ich nicht verbissen genug an die Sache ran gegangen aber bei Lightworks endete meine Reise. Nachdem ich mich registrieren musste, um das Tool benutzen zu können, starrte ich auf gähnende Leere auf meinem Desktop. Ich importiere ein Video und nun hatte ich ein Fenster mit einem Thumbnail meines importierten Videos vor mir. Muss ich etwa meine GUI selbst konfigurieren? An dem Punkt verlies mich die Freude an jedem Suchen einer Software, die meinen bescheidenden Ansprüchen entsprechen würde. Wie gut, dass ich bei lwks nur einen Fake-Account mit Fake-Mail anlegte. Dann können sie mir gestohlen bleiben und ich entgehe jeglicher Werbung.

Warum denn Windows, wenn ich doch OSX habe?

Mein Desktop hat eine leistungsstarke Hardware (u. a. AMD Phenom II X6) und schreit förmlich nach Auslastung. Mit dessen Leistung unter iMovie einen Film zu schneiden klingt traumhaft, wird mir aber vorerst mal verwehrt bleiben. Mein Mac Book Pro (Mid 2009) braucht dann jetzt schon mal etwas Zeit, um ein Video zu schneiden. Für ein 30 Minuten Video braucht es schon mal 45 Minuten.

Ich werde jetzt mal schauen, wie sich Pinnacle in den letzten Jahren mit ihrer Software namens Studio entwickelt hat. Bevor ich allerdings über 1.000 Euro für eine Adobe Lizenz hinlege, werde ich mir eher einen iMac oder einen Mac Mini kaufen. Jetzt mal ehrlich! Es muss doch einen Anwendermarkt unter den Windows Privatkunden geben, der solche Tools wie iMovie braucht. Für Tipps, Tricks und Belehrungen bin ich immer zu haben!

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