[Serienparade] Leben und Tod

VORSICHT! Spoiler Alert!

Die nächste Runde der Serienparade steht an und Frau Margarete fragt nach Leben und Tod. Welcher Serientod ging dir richtig nah oder war richtig dramatisch? Hast du dich vielleicht schon mal über einen Serientod gefreut? Und welche Szenen zum „Leben“ blieben dir im Gedächtnis: Vielleicht ein besonders dramatische oder emotionale Geburt? Szenen, in denen jemand nur knapp überlebt hat und das Leben dann wieder zu schätzen wusste?

Hast Du Dich mal über einen Serientod gefreut?

Ich saß auf der Couch und im Hintergrund lief eine Serienepisode, die ich nur passiv verfolgte, weil ich mein iPad in der Hand hielt. „If it please your Grace, Lady Sansa is very tired“ sagt einer meiner liebsten Figuren der Serie zu der meistgehassten Figur, die ich je in einer fiktiven Welt kennenlernen durfte. „No“ antwortet König Joffrey. Ich schaue immer noch auf mein iPad und schüttelte den Kopf, während ich „Was für ein Ars..“ dachte. Joffrey hustet einmal und ich blicke hoch zum TV. Wenn ein Charakter während eines Films oder Serie hustet, dann bedeutet es was. „No, you’ll wait here“ sagt Joffrey zum Halbmann. Joffrey hustet nochmals. Ich richte mich auf und schaue erwartungsvoll auf den Fernseher. Joffrey hustet weiter, ich lege mein Tablet zur Seite und balle meine Fäuste während meine Ellbogen auf meinen Oberschenkel liegen. Lady Margaery schreit „He’s choking“ und in mir wächst die Freude über das, was jetzt passieren wird. Inzwischen stehe ich und sage laut „Komm! Stirb du Ars…“. Ich bin alleine, niemand hört mich und trotzdem rede ich Joffreys Tod herbei. Als Joffrey in den Armen seiner Mutter liegt und „Purple“ anläuft, stehe ich alleine im Wohnzimmer, halte eine Faust zum Sieg nach oben, rufe laut „jaaaaaaaa“ und klatsche hocherfreut als Joffrey langsam erstickt. Ich will nicht wissen, was das über mich aussagt aber das war der erste Tod über den ich mich gefreut habe. Dieser Tod wird mir immer in Erinnerung bleiben. Wie ich mir sagen lies, war ich nicht der Einzige.

Welcher Serientod ging dir richtig nah?

Es gibt Serien, die das Thema Tod in den Mittelpunkt stellen. In The Walking Dead und Game of Thrones fallen die Figuren wie die Fliegen von der Wand. Manche Tode sind dramatisch, schmerzhaft und unvorhersehbar und da bin ich auch schon bei einem Beispiel. Als Beth aus The Walking Dead in der letzten Staffel starb, war ich sehr betroffen. Beth war die Unschuld und die Güte der Serie. Die Gruppe um Rick Grimes konnte sich immer auf sie verlassen. Als sie starb geschah es plötzlich, unvorhersehbar und es war so unnötig. Dieser kurze Moment war der ungünstigste Moment, der es hätte sein können. Nach dem Angriff des Governor auf das Gefängnis wurde die Gruppe getrennt und alle machten sich in kleineren Gruppen auf den Weg nach Terminus. Beth wurde auf dem Weg zum „Sanctuary for all“ von einer anderen Gruppe verschleppt. Nach Terminus erfuhr Beths Schwester Maggie davon, dass Beth noch lebt und machte sich auf den Weg zu ihr. Alles was Maggie von ihrer Schwester noch blieb war der Anblick, als Daryl ihren toten Körper aus dem Krankenhaus trug. Das ging mir sehr nah und hat mich getroffen. Es war nicht der einzige Tod, der mich in meiner Serienkarriere getroffen hat. Ich zähle mal einige auf und vergesse bestimmt viele:

Knight Rider – Stephanie March
Roseanne – Dan Connor
Buffy – Buffy Anne Summers, Joyce Summers, Jenny Calendar
Angel – Cordelia Chase
Supernatural – Bobby Singer, Charlie Bradbury, Madison, John Winchester
Game of Thrones – Eddard Stark, Robb Stark, Catelyn Stark, Rose, Oberyn Martell
The Walking Dead – Sophie, Dale, Beth, Tyresse

Der Tod von Sophie aus The Walking Dead hat mich sehr getroffen und war einer der schlimmsten Tode. Es wurde nie gezeigt, wie sie gestorben ist, aber der Moment als die Gruppe es erfährt, ist sehr schlimm.

Die beste Darstellung von Trauer und Hilflosigkeit nach einem Tod findet man in der Buffy Episode 15 der fünften Staffel, Tod einer Mutter (The Body). Auf eine musikalische Untermalung wurde komplett verzichtet. Diese Episode ist ein Muss zum Thema. Allerdings ist es hilfreich, wenn man die Figuren etwas kennt, um die Trauerbewältigung des Einzelnen besser verstehen zu können.

Das Leben

Zum Thema Leben sind mir mehrere Szenen im Gedächtnis geblieben:

Dean aus Supernatural hat seine Seele verkauft, um Sam zu retten. Ihm bleibt ein Jahr, um die restliche Zeit zu nutzen. Den Höhepunkt bildet die Fahrt im Impala, als Sam und Dean Dead or Alive von Bon Jovi singen. Dean fährt seinem Tod entgegen.
Dean haut noch mal richtig auf den Putz und genießt sein Leben in seinen letzten Monaten, nachdem er seinen Todesvertrag mit einem Kuss besiegelt hat.

Buffy kommt nach ihrem Tod zurück und wird mit dem Leben konfrontiert. Sie kommt damit gar nicht klar. Sie war glücklich in ihrem Tod. Sie war schließlich in ihrem Himmel. „There was no fear, no pain, no doubt, till they pulled me out of heaven …. please give me something“. Spike, der Vampir mit Seele, unterbricht sie und sagt „Life’s not a song. Life isn’t bliss. Life is just this: It’s living. You’ll get along the pain that you feel. You only can heal by living.“

Serientipps

Das Thema „Leben und Tod“ gehört zur Dramaturgie und ist vielleicht das einfachste Mittel, um ein Drama zu vollenden. In der Literatur werden sie seit Jahrhunderten gebraucht und gepflegt. In Buffy und Supernatural ist der Tod – In Supernatural sogar in Person – das zentrale Thema, wenn auch nicht immer das Ende einer Figur. Supernatural geht jetzt in die elfte Staffel und Buffy gehört inzwischen zu den Klassikern. Beide Serien sind Pflicht und dürfen in keiner Sammlung fehlen, wenn der geneigte Serienjunkie Mystery mag.

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4 Antworten

  1. Sehr interessanter Beitrag, auch wenn ich ihn stellenweise wegen der Spoilergefahr nur überflogen habe 😉 Aber lass dir gesagt sein: Auch ich habe Joffreys Tod gefeiert 😀 Und ebenso werde ich auf Ramsey Boltons Tod hinfiebern, der hoffentlich irgendwann kommen wird. Bei Serien und Filmen kann man solche Gefühle dann quasi ungestraft ausleben 😀

    • Angelus sagt:

      Bei diesem Thema kann man sich wirklich schnell eine Serie versauen. Gerade die Serientode, sind oft elementar für die Story.
      Ich bin froh, dass ich nicht der Einzige bin, der Joffreys Tod gefeiert hat. Ramseys Snows (Ich erkenne die Ernennung zum Bolton durch den Ursupator Joffrey Baratheon nicht an) Tod werde ich mindestens genauso feiern und hoffe er stirbt durch Theons Hand. Das sollten wir dann alle ewokmäßig feiern https://youtu.be/7Tb4F9D1W_k 😉

  2. Jessi sagt:

    Ich hab auch mitgemacht und schaue gerade durch die anderen Kommentare der Parade. Joffrey ist auch bei mir mit dabei… Da kann man sich einfach nur freuen!
    Bei Walking Dead gebe ich Dir recht, der Tod von Beth hat einen schon sehr getroffen. Auch wenn man bei der Sendung ja eigentlich minütlich mit sowas rechnet.

    • Angelus sagt:

      Das stimmt. Eigentlich müsste man immer damit rechnen. Manche Tode sind ja vorhersehbar. Wenn ein neuer Akteur auftritt, den man zuvor noch nie gesehen hat, weiß du genau, dass er bald das Zeitliche segnet. Ich denke da direkt an Patrick aus The walking Dead, der nur zwei Episoden dabei war und eine davon schon als Zombie durch die Gegend schlürft.

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