Review: Fear the walking Dead

Zieh den Kopf ein! Es folgt ein Rant und ein paar kleinere Spoiler.

Bevor ich mein Review und ganz viel meiner Meinung ins Netz kippe, möchte ich anmerken, dass ich – als The walking Dead Fan seit US Comic Ausgabe 1 – hohe Erwartungen an Fear the walking Dead hatte, die kaum erfüllt wurden. Ich habe mir die Episode in Full HD angeschaut und keine anderen Reviews der Episode gelesen oder geschaut, um meine eigene Meinung ungetrübt wiedergeben zu können.

Die Pros

Ein großer Pluspunkt ist das Licht, das jetzt mal auf die Ursprünge der Seuche geworfen wird. Ich freue mich darauf sehen zu können, wie die Seuche langsam ausgebrochen ist. Die andauernde Ungewissheit während der gesamten Episode haben die Autoren gut dargestellt. Als Zuschauer erwartete ich mehrmals einen Schockmoment, der dann allerdings ausblieb, wie zum Beispiel der Schulrektor, der den Klassenfunk abhörte. Das Gleiche gilt für den Drogenabhängigen, dem niemand seine Beobachtungen glaubt. Das ist zwar auch nicht neu aber sehr passend und ein schöner Kontrast zum Komapatienten, der die Apokalypse verschlafen hat. Als Mystery-Fan hoffe ich auf weitere Momente, die mich rätseln lassen. Ich möchte mehr Augenblicke erleben wie der auf der Abfahrt des Highways. Solche Momente erwarte ich fast schon in jeder Episode.

Die Contras

Die Bildgestaltung und die Farbgebung der gesamten Episode fand ich fürchterlich und unpassend. Das gesamte Erscheinungsbild der Episode wirkte wie eine Low-Budget-Produktion, die unglaublich schnell umgesetzt werden musste, um schnell auf einen Trendzug aufspringen zu können und entsprechend Kohle abzuschöpfen. Das warme Licht Kaliforniens war gut zu erkennen aber es kam mir vor als wären Filter benutzt worden, die einen negativen Einfluss auf die Sättigung hatten.

Die Blickwinkel der Kamera ließen die Vermutung aufkommen, dass überwiegend in Räumen gefilmt wurde, die nicht genügend Platz für ein Filmteam boten. Um ein Live-Action- und Mittendrin-Gefühl zu erzeugen, werden gerne freie Kameras benutzt, die das Bild in ständiger Bewegung halten aber wenn das Bild zittert, weil eine Autotür zufällt, dann empfinde ich das als unpassend.

Eine Szene hat mich besonders genervt. Als der Drogendealer wiederkehrte war sein Bauchschuss deutlich zu erkennen und sein T-Shirt war blutgetränkt. An der Stelle neben dem Auto, an der er niedergeschossen lag, war aber kein Blut zu sehen als Nick nach dem Dealer suchte und da hätte eine Menge sein müssen, so wie das T-Shirt aussah. Das ist eher nur eine Kleinigkeit am Rande.

Die Figuren des Spiels konnten mich nach dieser Episode noch nicht überzeugen und ich suchte vergeblich nach einem Sympathieträger. Ich kann von keiner der Figuren sagen, dass sie mir gefällt und mir ihr Schicksal wichtig werden würde. Jede Figur ist mir nach dieser Episode egal.

Die Geschichte ging sehr träge voran und fesselte mich so gar nicht. Ich ertappte mich mehrfach dabei, dass ich gerne zum iPad oder iPhone gegriffen hätte, um mich zwischendurch zu beschäftigen. Allerdings konnte ich mich erfolgreich dagegen wehren. Die Geschichte muss an Fahrt gewinnen, sonst sehe ich schwarz.

Fazit:

Wäre es nicht The walking Dead, ich würde es nicht mehr schauen. Als Fan von Mystery und Apokalypsen konsumiere ich alles was mir vor die Füße geworfen wird, wenn es eben aus diesen Genres kommt. Das Mysteriöse an Fear the walking Dead hat es allerdings sehr schwer sich zu entfalten, weil man durch The walking Dead das Endergebnis schon kennt und weiß wo die Reise hingeht. Über die technischen Aspekte kann ich hinwegsehen aber ich hoffe, es wird besser beziehungsweise anders. Die Geschichte muss knackiger und schneller voranschreiten. Die Figuren brauchen mehr Tiefe aber nach einer Episode kann man es sehr schwer beurteilen, wie sich die Figuren entwickeln werden. Es war die Pilotfolge, aufgrund derer man das Gesamtwerk nicht beurteilen kann oder sollte. Das tue ich auch nicht und werde mir die erste Staffel auf jeden Fall ansehen aber die Serie muss mehr liefern als das was in der Pilotfolge zu sehen war. Meine Erwartungen waren natürlich sehr hoch und es war episodeeinsmäßig absehbar, dass sie nicht erfüllt werden können.

tl;dr: Kann man gucken, muss man aber nicht.

Das könnte Dich auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.