Review: Fear the walking Dead – Staffel 1

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Es gab zwei neue Serien, auf die ich mich dieses Jahre gefreut habe: Fear the walking Dead und Ash vs. The Evil Dead. Fear the walking Dead habe ich von dieser Liste gestrichen. Nach meinem Gemecker auf Episode eins, hatte ich die Hoffnung, dass alles besser wird. Über die Geschichte habe ich mich weniger ausgelassen, weil ich ihr noch eine Chance geben wollte und habe lieber über die Technik gemeckert. Aber meine Befürchtungen sind alle eingetreten. Die Serie hat es leider verpasst episch zu werden.

Was fehlte an Epicness?

Zombies, viele Zombies und sehr viele Zombies kennen wir aus the walking Dead und die habe ich gar nicht erst erwartet. Die Marketingnasen haben in der Ankündigung der Serie die Anfänge der Apokalypse versprochen, die Rick einfach verschlafen hat. In freudiger Erwartung sah ich die Protagonisten, wie sie versuchen die ausbrechende Seuche zu verstehen. Verängstige Bürger, Revolten, Ausschreitungen, Plünderung, Leaks von ersten Walker-Vorfällen, Gerüchte über die Seuche auf dem Schulhof und in der Kaffeeküche und Informationen was eigentlich in der Welt passiert. Was gab es davon? Kaum nennenswertes bis gar nichts. Die Serie hat in Ihrer ersten Staffel völlig ihre Chancen verschlafen. Ich habe nicht erwartet, dass wir in Fear the walking Dead bis zum bitteren Ende vor der Zombie Apokalypse stehen und war mir sicher, dass die Gruppe aus Survivors irgendwann wie die Clique aus Atlanta auf Wanderschaft gehen und ebenso den Darwinismus ertragen muss, wie Familie Grimes und Freunde. Aber wissen wir jetzt viel mehr? Nein, gar nichts!

Was hat man uns serviert?

Das Militär ist böse. Klar! Weiß ich auch so. Ich weiß, dass ich mich nicht hinter der Armee verstecken würde, dafür hatte ich zu viel Spaß am Geschichtsunterricht, um zu wissen, dass eine Militärherrschaft noch nie gut ausging und das gilt auch im Falle der Apokalypse, wenn langsam die Befehlsstrukturen zusammen brechen und das Militär die Oberhand verliert. Die Armee wird schnell die humanitäre Mission aus den Augen verlieren und anfangen nach Gebrauch zu selektieren.

Die Netzreaktionen

Nach der ersten Episode, alle so: „yay“! Nach der letzten Episode immer noch, alle so: „yay“. Da war es heute mal erfrischend die Reaktion von Zeitzeugin Guddy zu lesen, die nach der ersten Episode zwar noch verhalten bis positiv reagiert hat, während ich die Serie schon längst zu Grabe trug.

Vorsicht Spoiler!

Geht es asozialer? Als Daniel die riesige Horde zum Zaun der Militärbasis lockt, dachte ich sofort, dass man zuerst Daniel erschießen sollte. Unabhängig davon, ob man die Armee mag oder nicht, aber das war komplett daneben. Es hätte ihm klar sein müssen, dass die schiere Menge an Walkern irgendwann das Spiel gewinnt und durch den Zaun durchbricht. Dadurch hat er die Evakuierung der Kranken und Verletzen verhindert und jede Menge Menschen den Toten überlassen, um Nick und Liza zu retten.

Der Haupteingang war stark gesichert aber die Tiefgarage war unbewacht? Sicher dat! Obwohl, die Soldaten wurden ja alle als Walker-Diner gebraucht.

Das Ende der letzten Episode war dann wohl richtig schlecht. Madison, Travis und Liza wollten nicht, dass Chris seine Mutter Liza als Walker enden sieht und da haben sie beschlossen, dass sie Liza eine Kugel in die Murmel jagen, weil sie keinen Selbstmord begehen kann. Nachvollziehbar. Den Weg würde ich für mich auch gehen. Es wäre halt nicht ok, wenn Chris seine Mutter als stöhnenden Zombie durch die Gegend schlürfen sieht. Es ist aber ok, wenn Chris seine Mutter sieht, wie sie mit gesiebter Birne an der Klippe liegt.

Und Liza war noch eine der sympathischeren Figuren. Ich konnte ihre Handlungen wenigstens teilweise nachvollziehen.

Was habe ich erwartet? (Ich halte mich kurz, versprochen!)

Viel! Vermutlich zu viel. Ich hätte eine langsame Eskalation der Situation erwartet und gehofft, dass sich die Serie als Akte X der Walker Apokalypse entwickelt. Vorfälle hier und Vorfälle da und so gehen wir Schritt für Schritt immer weiter zum großen Finale, wenn die Überlebenden mit dem Bollerwagen durch die Lande ziehen, um eine nette Zuflucht zu finden. Ich habe mehr Mystery und weniger Horror erwartet. Leider haben  sich die Autoren dazu entschieden, schnellstmöglich auf die The walking Dead Schiene zu kommen und einen Klon ins Rennen zu werfen, nur dass die Figuren bisher noch keine Lieblinge hervorgebracht haben, mit denen man mitfiebern könnte. Es gibt gute und schlechte pre- und postapokalyptische Romane, die so vieles besser machen als das was wir bisher gesehen haben. Es kam mir vor, als ob die Situation von heute auf morgen einfach kippte. Heute war alles gut, morgen ist Zombieapo.

Der Waldorf-Statler-Effekt

Ich bin wie die Opas der Muppet Show. Ich motze über jede Episode und werde mir die nächste Staffel wieder ansehen. Nicht, weil ich mich aufregen will, sondern weil ich den großen Bruder so gerne sehe. Fear muss ich allerdings alleine schauen. Meine weitbessere Hälfte will es nicht mehr sehen.

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