[Kurztest] Fallout 4

Als ich vergangenen Freitag die Versandbestätigung für Fallout 4 von dem weltbesten Gamesdealer erhielt, sagte ich meinen Freunden Lebewohl, küsste meine Hunde zum Abschied und streichelte meine Freundin ein letztes Mal…. Moment! Ich glaube ich habe da was durcheinander gebracht. Egal!

CTo37JSWIAE38fi.jpg largeEin kurzes Fazit nach 30 Stunden Spielzeit

Ich habe erhalten, was ich erwartet habe. Ein Fallout, wie man es seit Fallout 3 kennt. Du streifst mit deiner Spielfigur durch die offene Welt und erkundest die Postapokalypse in all ihrer Schönheit. Habe ich das wirklich geschrieben? Die Schönheit der Apokalypse? Jap und ich meine es ernst. Ich bin ein kleiner Urban Explorer und liebe die Atmosphäre des Spiel und suche solche Orte auch gerne mal in der echten Welt auf. Kennst du die echte Welt? Das ist da, wo die gelbe Scheibe in der Luft hängt und das Gesicht so schön warm macht.

Die Grafik

CTbPJZwUEAUv4A0.jpg largeDie Darstellung der Spielfiguren ist nicht revolutionäres und wirkt etwas altbacken. Besonders in den Mundwinkeln sieht man oft harte Kanten, wenn die Figuren sprechen. Während Unterhaltungen zwischen den Figuren, werden sie mit einer offenen Blende dargestellt, sodass der Hintergrund verschwommen wirkt und sich die Figuren vom Hintergrund sehr schön abheben.

Die Landschaften wirken stellenweise etwas statisch aber das sind wir ja schon von Fallout 3 gewöhnt. Es ist auch nicht weiter tragisch und tut dem Spiel an sich keinen Abbruch. Die Welt wirkt sehr bunt und war für mich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig aber inzwischen mag ich es sehr.

Die Weitsicht ist atemberaubend. Als ich nachts auf dem Dach eines Hochhauses stand und in das apokalyptische Boston starrte, hatte ich schon eine bisschen Gänsehaut. Die Aus- und Beleuchtung der Stadt in Verbindung mit dem Weitblick belegen die Mühe, die sich die Entwickler mit dem Aufbau der Stadt gegeben haben.

Der Unterhaltungswert

„Ich schaue mir jetzt noch an, was sich da hinter dem Berg verbirgt und gehe dann ins Bett“. 6 Stunden später und meine Hunde scheppern mit dem Napf, weil die Frühstückszeit angebrochen ist. Das ist Fallout. Die ständige Neugierde hält Dich wach und im Spiel, weil Du immer wieder mal wissen willst, was Dich an Punkt X erwarten wird. Nur noch mal kurz nachschauen und schon sind wieder ein paar Stunden vergangen.

Die Story

Nachdem Unterhaltungswert folgt direkt die Story. Die Story ist typisch für Fallout. Du bist der Glückliche, der die atomare Vernichtung überlebt und im Metallsarg in Form eines Vault Tec Bunkers unter der Erde auf die Wiederbevölkerung wartet. In Fallout 4 hat Dir Vault Tec aber nicht verraten, dass Du eingefroren wirst und im Halbschlaf zwischen Tiefkühlpizza und Frostgemüse mitansehen musst, wie Dein Sohn aus dem Kryoschlaf gerissen und entführt wird. Du schaffst es aber raus und gehst nun auf die Suche nach deinem Sohn Shaun. Die Geschichte ist nicht neu und ähnelt der Geschichte aus Fallout 3. Nur dieses Mal geht nicht der Sohn den Vater suchen, sondern der Vater geht den Sohn suchen. Die Geschichte ist bisher eher uninteressant aber die Entwickler von Fallout 4 haben es mal wieder geschafft interessante, mysteriöse und beängstigende Gruppierungen zu erschaffen. Neu ist, dass Du kurz vor der Bombe in die Geschichte einsteigst und du die Welt noch in ihrem Normalzustand erlebst.

Und sonst so?

Das Spiel läuft recht bugfrei. Für einen Titel in dem Umfang ist es heutzutage eher ungewöhnlich. Ok, hier und da gibt es ein paar Auffälligkeiten aber das sind wir doch schlimmeres gewohnt. Ich bin einmal an einem umgekippten Regal hängen geblieben und musste einen alten Spielstand laden. Es war aber weniger schlimm und vermutlich eher ein unglücklicher Zufall. Zweimal ist ein Geräusch hängen geblieben und ich habe in einer Endlosschleife einen Gegenstand fallen hören, bis ich das Gebäude wieder verlassen habe. Auch das war nicht tragisch. Für eine Welt, die so groß und komplex ist, ist das alles ein Jammern auf seeeeeehr hohem Niveau.

Die Powerrüstung gab es für meinen Geschmack viel zu früh aber leider ist sie auch notwendig. Anfangs bin ich ohne losgezogen aber ich hatte sehr schnell Probleme mit den Gegnern und war mir sie sehr schnell holen und bin inzwischen kaum noch ohne unterwegs. Ich mag es ja eher in Lumpen durch das Commonwealth zu ziehen, statt in einem Metallschrank. Derzeit mangelt es mir noch nicht an Fusionskernen, die für den Betrieb der Powerrüstung unerlässlich sind, aber ich fürchte, dass sie mir zum Ende hin ausgehen könnten.

Das Waffen- und Rüstungsmodding ist eine schöne Idee und ich habe mir sehr schnell meine erste richtige Wumme gebastelt, mit der ich die Supermutanten sehr schnell verstückele. Nach jeder Quest braucht die Powerrüstung eine Wartung. Sobald man die Rüstungsreparaturhalterung findet, solltest du die Rüstung reparieren.

Fazit

Das Spiel ist sein Geld wert und ich werde mir auch den Season Pass kaufen. Fallout 4 könnte aber einen Bissen mehr Story vertragen. Momentan fühlt es sich beschnitten an. Fallout 3 hat gefühlt mehr Abwechselung gebracht, während Fallout 4 sehr linear wirkt. Versteh mich nicht falsch, ich mache hier gerade die Prinzessin auf der Erbse und suche mir förmlich Meckergründe. Als ich das strahlende Meer durchlaufen habe, war ich vollends von der Atmosphäre ergriffen. Ein Tipp zum Schluss: Wenn Du das strahlende Meer durchläufst, dann sieh nach, ob Du genug Fusionskerne hast. Versuch mal vor einer Todeskralle zu flüchten, wenn Du keine Energie mehr hast.

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